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Die digitale Transformation effektiv managen - mit dem acatech Industrie 4.0 Maturity Index

Verfasst von: Dr. Tobias Harland, Senior Manager Industrial Practice, Industrie 4.0 Maturity Center.

Diese Blogreihe entstand aus einer Kooperation zwischen HAHN Digital und dem Industrie 4.0 Maturity Center der RWTH Aachen.

Im Rahmen dieser Blogreihe war es uns wichtig zu zeigen, dass Industrie 4.0 nicht eine lose Sammlung von Technologien und Use Cases ist, die sich über das Unternehmen verteilen, sondern dass der zentrale Gedanke im systematischen und automatisierten Lernen aus Daten besteht. Im ersten Beitrag haben wir eine mögliche Systemlandschaft hierfür vorgestellt. In den folgenden drei Beiträgen haben wir anhand ausgewählter Applikationen für Smart Maintenance, Prozessmonitoring und Prozessanalyse gezeigt, was es bedeuten kann aus Daten zu lernen. Zum Abschluss ist noch die Frage offen geblieben, wie sich ein produzierendes Unternehmen systematisch zu einem aus Daten lernenden Unternehmen transformieren kann.

Hierzu möchten wir den acatech Industrie 4.0 Maturity Index vorstellen. Der I4.0 Maturity Index ist ein Managementframework für die digitale Transformation von produzierenden Unternehmen und wurde in den letzten drei Jahren in mehr als 60 Standorten eingesetzt, um zum einen den digitalen Status-quo eines Werkes und zum anderen eine darauf basierende, individuelle Roadmap zu entwickeln.

Der I4.0 Maturity Index basiert auf zwei zentralen Ideen: (1) Der Ansatz besagt, dass die digitale Transformation idealerweise unter Berücksichtigung der momentanen Entwicklungsstufe eines Unternehmens umzusetzen ist. Der Weg strukturiert sich dabei entlang von sechs Reifegradstufen: Zunächst gilt es die Grundlagen zu schaffen, indem Prozesse überhaupt in einem digitalen System abgebildet sind (Stufe 1: Computerization) und anschließend die Systeme sowie weitere Datenquellen vernetzt werden (Stufe 2: Connectivity). In der folgenden Stufe „Visibility“ gilt es, ein integriertes, echtzeitnahes Abbild des gesamten Unternehmens basierend auf Daten zu schaffen. Dieses digitale Abbild des Unternehmens kann anschließend genutzt werden, um Ursache und Wirkung in den Daten zu erkennen und zu modellieren. Dies erfolgt durch den Einsatz von Datenanalyse-Applikationen (Stufe 4: Transparency). Die entwickelten Modelle werden in Stufe 5: Vorhersagbarkeit verwendet, um Szenarien zu bilden und zu bewerten. Diese Szenarien unterstützen eine profunde, datenbasierte Entscheidungsfindung. Schließlich werden die Entscheidungen Stück für Stück autonom agierenden Systemen überlassen, die durch den Menschen lediglich noch überwacht und optimiert werden (Stufe 6: Adaptability).

Die zweite zentrale Idee besagt, dass neben der Anschaffung von IT-Systemen und modernen Maschinen als technologischer Kern der vierten industriellen Revolution (Handlungsfeld Informationssysteme) noch weitere Aspekte zu berücksichtigen sind. Das Qualifikationsprofil der Mitarbeiter muss entsprechend entwickelt werden (Handlungsfeld Ressourcen), Organisationsformen und Prozesse müssen auf die neuen Technologien abgestimmt sein und umgekehrt (Handlungsfeld Organisationsstruktur). Außerdem ist die Unternehmenskultur ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Transformation (Handlungsfeld Kultur).

Das dargestellte Framework des I4.0 Maturity Index hat sich in den vergangenen Jahren als mächtiges Werkzeug erwiesen, sowohl um auf Ebene einer Produktionsstätte eine Industrie-4.0-Roadmap abzuleiten als auch bei der unternehmensweiten Konsolidierung von Industrie-4.0-Aktivitäten.

Kontaktieren Sie Martin Bleider, um mehr über den I4.0 Maturity Index, sowie die Digitalisierungs-Potenziale Ihres Unternehmens zu erfahren!

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